Holz:

Eine Rockband aus kulturwissenschaftlichen Studenten.

Wir haben uns ein Wochenende im Hörwerk zu Bookholzberg eingenistet und 3 Tage durch gespielt.

Alte Amps, echte Gitarren, Ludwig Drums, eine Bassanlage, die eigentlich keiner mehr schleppen will und keinen Sänger. Zero Monitoring und laut spielen. Nicht denken, nur fühlen. Ein Traum für Geräuschliebende.

Der 2. Take des " Langen " ( Arbeitstitel, der später so blieb ) kann bestätigen, das im Studio unwiederbringliche Momente entstehen können. Mit einer erlesenen Auswahl an Mikrofonen & Mikrofonvorverstärkern in Kombination mit einem hervorragenden Aufnahmeraum nahmen Andree Klose und ich die Aufstellung der Mikrofone recht intuitiv in Angriff. Es folgte ein ausgedehntes Patching.

Da wir uns durch die Versionen gespielt haben, bevorzugten wir eine digitale Aufnahme, die wir nachträglich durch die Bandmaschine spielten. Damit war der Teil der Aufnahme im Hörwerk erledigt und ich fuhr zu Finn ins Dubcity Studio Atlantiz nach Neuenkirchen.

Ich hatte das Projekt bereits in Logic editiert und wir konnten gleich ans Werk gehen.

Susi, FinnĀ“s Pult, ist gespickt mit analogen Leckereien, die man gerne mal zu stark einsetzten will, da sie sehr viel mehr Charakter als ihre Enkel, die PlugIns besitzen. ( An dieser Stelle empfehle ich die Technik Liste auf www.dubcity.de und bei der Gelegenheit schadet ein weiterer in die des Hörwerks keines Falls. )

Saftige Spuren lagen uns zu Füssen, jetzt nur nicht zu stark drauf treten. Weniger war hier mehr.

Die Bandkompression der M15 hatte hier schon angenehm fett gestaltet und die Effekte hatten Holz bereits in Echtzeit mit reingespielt. Ein beträchtlicher Teil des Sounds entsteht durch die Kunst den Moment, zur selben Zeit im selben Raum mit allen Beteiligten einzufangen. Nicht Track by Track, am nächsten Tag noch einen Versuch, nein, hier und jetzt und alle und wenn einer los muss, na dann ...

Diese Variante kommt für jeden Beteiligten immer ein bischen anders heraus als geplant.

Sie bringt diese knisternde Stimmung einer Galere kurz vorm kentern oder dem Entdecken einer Insel mit sich.

Der 2. Take des " Langen ", ein 12 Minuten Stück, ist ein solcher unwiederbringlicher Moment geworden.

Ich finde die Tracks bieten ungeahnte Einsatzmöglichkeiten. Man kann ein Sample, eine Stimme oder ein Solo vermissen mögen, ... na denn, herzlich Willkommen im Club und auf der Leinwand; möglich ist alles.

Finn Halle hat mit mir zusammen den Mix gestaltet und das Mastering gemacht, Andree Klose und ich saßen vergnügt an der Angela von Amek und haben alles aufgenommen. Mein ganz besonderer Dank gilt diesen beiden.

Schönen Gruss an die Bande! ... und Jungs, wir müssen da noch ma Rock machen ...